WordPress Themes – was macht ein gutes Theme aus?

Oder warum die Zeit der großen Page-Builder-Themes vorüber ist.

Die Wahl des Themes ist grundlegend für die Entwicklung einer WordPress Webseite. Die Entscheidung treffen Sie für einen längeren Zeitraum, denn ein späterer Wechsel ist aufwändig. Es lohnt sich also, an diesem Punkt Recherchezeit zu investieren.

Sogenannte Multi-Purpose-Themes bieten vermeintlich viele Designmöglichkeiten, tatsächlich aber stellen sie eine Einschränkung auf die anklickbaren Optionen dar. Für ein gutes Webdesign im corporate design des Unternehmens genügt das nicht.

Die Hochglanz Demoseiten dieser Themes täuschen darüber hinweg und beeindrucken mit großen Bildern – die nie zu Ihrem Unternehmen passen – und hunderten von Layoutvarianten, von denen man nur ein oder zwei braucht – und brauchen sollte, denn zu viele davon werden die Seite unruhig wirken lassen, statt klar und im Stil des Unternehmens. Auch für das Ranking einer Seite sind sie unerheblich, hierfür sollte das Augenmerk besser auf der Qualität des Inhaltes und die Suchmaschinenoptimierung SEO gelegt werden.

Nun, welche Anforderungen sollte ein gutes Theme erfüllen?

Ein gutes WordPress Theme sollte folgende Merkmale aufweisen

  • sauber konzipiert und programmiert (maximal 3 MB Gesamtgröße, Ladezeit, Anpassungsfähigkeit)
  • schnelle Ladezeit (< 1 Sek.), Google berücksichtigt seit 2019 die Ladezeit im Ranking!
  • Volle Unterstützung des neuen WordPress Editors Gutenberg (nicht nur Kompatibilität)
  • Vorbereitet für Übersetzungen
  • Vorbereitet für das WooCommerce Shopsystem (möglichst ohne theme-eigene WooCommerce template files), sofern jetzt oder später vielleicht benötigt
  • regelmäßige Updates
  • schneller und kompetenter Support durch die Entwickler

Diese Merkmale zu erkennen, benötigt etwas Fachwissen und gerade der erste Punkt zeigt sich erst bei der Arbeit mit einem Theme, ich halte ihn aber für einen der wichtigsten und er entscheidet maßgeblich über die Entwicklungszeit und damit über die Kosten für eine Webseite.

Kern der in die Jahre gekommenen Multi-Purpose-Themes ist ihr integrierter Page-Builder, der es erlaubt, auch ohne HTML und CSS Kenntnisse eine Seite strukturiert zu gestalten. Von der Spaltenanzahl bis zu inneren und äußeren Elementabständen und Farbangaben ist hier alles per Klick einstellbar. Was durchaus aufwändig werden kann, wenn man das für jede Seite einzeln macht und darauf achten muss, dass es auch überall einheitlich geschieht. Sehr viel produktiver ist das Formatieren per CSS, denn hier nimmt man die grundlegenden Einstellung nur einmal für alle Seiten vor. Individuelle Anpassungen auf Einzelseiten sind – wenn überhaupt – dann nur in Ausnahmefällen nötig.

Im folgenden sind die verschiedenen Möglichkeiten der Formatierung kurz dargestellt:

Reines HTML

<p>In einem HTML-Text sind die Formatierungsanweisungen direkt in den Text geschrieben: <br>ein Wort soll <b>fett</b> und ein anderes <span style="color: red;">rot</span> formatiert sein.</p> 

Ergebnis:

In einem HTML-Text sind die Formatierungsanweisungen direkt in den Text geschrieben:
ein Wort soll fett und ein anderes rot formatiert sein.

Visuelle Editoren und Page-Builder setzen vor die Generierung des HTML-Codes eine Benutzeroberfläche (user interface) oder auch Framework. Die Bedienungskonzepte sind sehr unterschiedlich.

Der neue WordPress Editor (Gutenberg)

Screenshot des neuen WordPress Editors Gutenberg
WordPress Editor Gutenberg (WP 5.0.3)

Im neuen WordPress Editor Gutenberg ist jedes Seitenelement (Absatz, Bild, Zitat, Spalten, etc.) als ein einzeln formatierbarer „Block“ definiert (Block-Editor). Im Screenshot ist gut zu sehen, dass für den jeweils aktivierten Block Textformatierungen direkt am Block angeboten werden, sowie weitere blockspezifische Formatierungen in der rechten Seitenleiste.

Der Editor arbeitet schnell, stabil und ist intuitiv bedienbar.

Etablierte Page-Builder, ein Beispiel

Als beispielhaft für die marktüblichen Page-Builder kann der Divi-Builder stehen. Er ist recht verbreitet und kommt gleich mit drei verschieden User-Interfaces:

Divi-Builder Classic
Divi-Builder New

Öffnet man in einem klassischen Page-Builder eine Seite oder Beitrag, sieht man zunächst grafisch dargestellte Sektionen, in die die Seite untergliedert ist. Den eigentlichen Inhalt (Text, Bilder, etc.) bekommt man durch Öffnen des Kontexteditors (kleines Fenster) gezeigt, in dem man dann die Änderungen vornehmen kann.

Nach diesem Prinzip funktionieren alle etablierten Page-Builder, was ich persönlich als umständlich empfinde. Zwar kann man jede Sektion mit einer Titelzeile versehen, um sie leichter zu finden, jedoch ist es wesentlich praktischer, wenn man einfach direkt am Inhalt arbeiten kann.

Diesem Gedanken folgt z.B. der Divi-Builder mit einem dritten User-Interface, dem Visuellen Builder:

Screenshot Divi-Builder Visueller Builder

Hier bearbeitet man den Inhalt direkt in der Frontseitenansicht. Das ist direkt und funktioniert innnerhalb der vorgegebenen Möglichkeiten des Builders.

Ein Problem dabei ist das Anwachsen der Builder über die Jahre, Stichworte Abwärtskompatibilität, Mitwachsen mit den Entwicklungen des CMS, anbieten aller möglichen Design-Elemente, wodurch die Page-Builder-Themes eine beachtliche Größe von durchaus 20 bis 50 MB bekommen, also das zehn- bis zwanzigfache eines schlanken Themes.

Auch wenn man selbst nicht so versiert mit der Anwendung von HTML- und CSS-Code ist, stellt sich spätestens jetzt mit der Entwicklung des neuen WordPress Editors Gutenberg die Frage, wie sinnvoll die Verwendung eines Page-Builder-Themes noch ist.

Fazit

WordPress hat meiner Meinung nach mit dem neuen Editor einen große Sprung zu einer modernen, schnellen und intuitiven Bedienbarkeit gemacht. Einzelne Themes nutzen das bereits und weitere Themes werden folgen. Als ein Gradmesser für die Qualität eines Themes über viele Faktoren hinweg, kann das Thema Ladezeit gesehen werden, dass auch für Google eine immer größere Rolle spielt.

Achten Sie deshalb bei der Wahl Ihres Themes auf die oben genannten Merkmale. Die Qualität Ihrer Webseite wird es maßgeblich beeinflussen.

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